Wissenschaftlichen Essay Definition

On By In 1

Der Essay entzieht sich weitgehend einer eindeutigen Definition. Ist er laut Duden eine „Abhandlung, die eine literarische oder wissenschaftliche Frage in knapper und anspruchsvoller Form behandelt“, so legt die Herkunft seines Namens vom französischen Verb „essayer“ (versuchen) nahe, dass er so etwas wie ein gedankliches Experiment darstellt.

Gerade diese Unbestimmtheit und Offenheit macht ihn für nicht wenige Studierende zu einer Herausforderung. Denn an den Hochschulen wird zunehmend öfter auch das Abfassen eines Essays als Studienleistung eingefordert, ohne dass die Besonderheiten dieser Textform tatsächlich vermittelt oder gar eingeübt wurden.

Im Gegensatz zu anderen an den Hochschulen üblichen schriftlichen Formaten ist der Essay relativ frei in der Form und folgt keiner vorgegebenen Systematik. Zwar ist er zumeist nach dem Prinzip Einleitung, Hauptteil, Schluss aufgebaut, doch erhebt er anders als ein Fachaufsatz keinen Anspruch auf eine systematische Behandlung des Themas. Er verlangt gerade das zwanglose Anstellen eigener Überlegungen, bei denen es mehr auf innere Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit ankommt als auf die erschöpfende Behandlung des Themas.

Die Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgegenstand soll sich auf sprachlich und gedanklich hohem Niveau bewegen und den Leser durch Einfallsreichtum, überraschende Gedanken und interessante Formulierungen oder bisweilen sogar Humor zum Weiterlesen veranlassen. Nur wenn der Leser dem Essay wie einer guten und spannenden Rede folgt, wird der Autor das gesetzte Ziel erreichen, nämlich erfolgreich einige Denkanstöße zu vermitteln.

Der Essay verzichtet in der Regel auf die für wissenschaftliche Artikel ansonsten üblichen Zitate, Anmerkungen und Einzelnachweise. Doch auch wenn er äußerlich eher leichtfüßig wie ein gut geschriebener Zeitungsbericht daherkommt, so soll er gleichwohl wissenschaftlich fundiert sein und seinen Quellenbezug durch ein Literaturverzeichnis dokumentieren.

Wer sich der Anforderung, einen Essay zu schreiben, (noch) nicht gewachsen fühlt, findet bei den Ghostwritern von TEXT & WISSENSCHAFT professionelle und bedarfsgerechte Unterstützung.

Jetzt anfragen

1.1 Was ist ein wissenschaftlicher Text?

Ein wissenschaftlicher Text hat anderen und in vielerei Hinsicht strengeren Kriterien zu genügen als beispielsweise ein journalistischer Artikel oder ein Essay. Die Einhaltung bestimmter Regeln (Stringenz, Transparenz usw.) und formaler Kriterien (Zitierweisen, Kapitelstruktur usw.) wird zwar gerade von Studierenden oft als mühsam empfunden, ist aber im Rahmen der korrekten wissenschaftlichen Arbeitsweise unerlässlich.

Die folgende Zusammenfassung einiger wichtiger Eigenschaften soll zeigen, dass es sich bei einem wissenschaftlichen Text um ein höchst komplexes Produkt handelt:

1) Wissenschaftliche Texte werden in einer wissenschaftlichen Sprache abgefasst. Das bedeutet, sie haben einen spezifischen, neutralen Stil und beinhalten fachspezifische Terminologie. Sie sind in den meisten Disziplinen das manifeste Produkt der Forschung, kommunizieren die fachspezifischen Forschungsergebnisse und stellen diese in der Scientific Community zur Diskussion. Sie sind nicht für eine breite Öffentlichkeit, sondern für Fachleute geschrieben.

Durch den Vergleich und die Gegenüberstellung von Erkenntnissen und die Auswertung und Neubewertung von empirischem Forschungsmaterial werden durch sie fachliche Diskurse mitgestaltet.

2) Das Verfassen wissenschaftlicher Texte darf nicht mit dem Niederschreiben fertiger Gedanken verwechselt werden. Es baut auf klaren, allgemeinen wissenschaftlichen Methoden auf und bedarf der Beweisführung und der Genauigkeit bei der Auswertung des Materials ebenso, wie des kritischen und seriösen Umganges mit jeder Art von wissenschaftlicher Literatur und sonstigen Quellen. Letzteres bedeutet im Besonderen, dass die Übernahme von Ergebnissen und Textpassagen anderer AutorInnen immer genau belegt werden und transparent sein muss.

Was bedeutet das für Sie als Studierende?

a) Sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass Sie auch mit Ihren ersten Hausarbeiten in die Scientific Community eintreten und deren Regeln befolgen müssen.

Sie tragen die Verantwortung für die Seriosität Ihrer Texte und Arbeiten und wissen nie, von wem später einmal etwas gelesen wird, das Sie möglicherweise schon vor Jahren geschrieben haben.

b) Sie müssen Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse kommunizieren können, was neben dem Erlernen einiger formaler Grundlagen in erster Linie eine Sache der Übung ist.

c) Sie brauchen fachspezifisches Wissen, das Sie sich im Laufe des Studiums aneignen und selbständig aktualisieren und erweitern müssen.

d) Sie müssen sowohl mit Inhalten, die Sie übernehmen, als auch mit Ihren eigenen Schlussfolgerungen, ebenso mit Ihrer Wortwahl und Sprache kritisch umzugehen lernen.

e) Der Inhalt Ihrer Texte muss stringent, methodisch korrekt und nachvollziehbar sein. Sie dürfen keine Behauptungen aufstellen, sondern müssen immer Belegstellen und Literaturverweise anführen.

Unter Stringenz ist ein logisches und nachvollziehbares Argumentieren und der logische und klare Aufbau der Arbeit zu verstehen. Zur Methode gehört auch die Art, wie Sie mit dem Textmaterial umgehen, also sinnvolles Exzerpieren und Herausarbeiten der Kernbestandteile von Textmaterial, Verknüpfung, Gegenüberstellung und wissenschaftlich strukturierter analytischer Umgang mit Inhalten usw.

Iconnumbertitle

0 comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *